Muttermilch

“And they lived happily ever after.” – So oder ganz ähnlich hätte die Geschichte der beiden Hauptdarsteller dieses Board Movies durchaus “geendet” haben können, wenn es sich nicht um zwei ganz besondere Exemplare der Gattung Homo Boardiens handeln würde, die sich das Leben selber immer ganz furchtbar schwer machen, indem sie sich einfach partout in ihrem Verhalten nicht anpassen und immer das letzte Wort haben wollen, egal, worum es überhaupt geht und selbstverständlich noch egaler, ob sie davon überhaupt Ahnung haben oder nicht, was zugegebenermassen selten genug vorkommt. Dass sie zur Durchsetzung ihrer “Ansichten” auch gerne auf irreguläre Methoden zurückgreifen, versteht sich dabei von selbst: die Hintertrieben- und Boshaftigkeit wurden ihnen mit der Muttermilch in die Wiege gelegt und äusserte sich selbst im zartesten Kindesalter schon, wie wir gleich sehen werden, mit dem Verstellen klappte es also schon damals nicht wirklich und darum sind ihnen auch bis heute keine, auch nicht noch so kleine, Flügel gewachsen.

Image Nun gelten ja Internet-Foren, auf schön Neudeutsch auch Boards genannt, für gewöhnlich als Hort von Frieden und Glückseligkeit, Plätze von gegenseitigem Verständnis und Toleranz und sie dienen in erster Linie dem Austausch von Rat und Hilfe in allen Lebenslagen, der Umgangston ist im allgemeinen gemässigt und freundschaftlich und das Zuhören bzw. das sich Zeit zum genauen Lesen und Verstehen nehmen und demgemäss und angepasst auf das Gegenüber Eingehen, werden ganz gross geschrieben. “Ist das wirklich auf allen Boards so?” fragt ihr euch jetzt, “Man mag das kaum glauben, immer und überall, wo mehr als zwei oder drei unter einem Namen versammelt sind, kommt es doch früher oder später zu Auseinandersetzungen?” – Ja, natürlich habt ihr damit Recht, aber in den grossen, grossen Weiten des World Wide Web gibt es Gott sei Dank nur eine sehr, sehr kleine Handvoll von Querulanten, die ständig auf der Suche nach Streit die einzelnen Foren abgrasen und auch schon die kleinste Gelegenheit (z.B. eine fehlende oder falsch eingefärbte Schaltfläche auf einer Page) als Vorwand nutzen, um forenübergreifende Flächenbrände zu entfachen und damit – ein hämisches Grinsen auf den Lippen – ganze Board-Kontinente in den Abgrund zu reissen, wenn man ihnen nicht rechtzeitig auf die Schliche kommt und in die Parade fährt, was zum Glück immer öfter gelingt, weil dem aufgeweckten und an seiner Community interessierten Boardie sowas natürlich nicht entgeht und er dann kämpft wie ein Löwe, um ja seine Pfründe nicht zu verlieren.

Woher kommt nun aber die Motivation solch unsozialer Menschen, was treibt sie an und um, ganze Heimstätten ansonsten obdachloser Boardies abzufackeln, nur um ihr persönliches Ego zu befriedigen? Wie bei vielen geistig deformierten Randalierern muss man hier auch sehr weit ausholen, den ganzen Werdegang beleuchten, schon in frühester Kindheit anfangen und die Quersumme aller erlittenen Traumata benennen, um nur annähernd verstehen zu können, was in den Köpfen von so jemandem falsch läuft und warum er/sie letztlich gar nicht anders kann, als sich und anderen einfach aber auch alles kaputt machen zu müssen.

Wir wollen dies, wie in der Überschrift und im ersten Absatz schon ersichtlich, anhand von zwei besonders miesen Charakteren einmal versuchen, zu ergründen. Sehr zur Freude der restlichen Boardwelt befinden sich diese beiden Missetäter gerade auf der Flucht vor den Behörden und sind irgendwo ausserhalb des Blickfeldes der restlichen “Szene” untergetaucht, um sich vor weiteren Repressalien zu schützen und erst einmal ihre Wunden zu lecken. Nennen wir die beiden doch der Einfachheit und des Wiedererkennungswertes halber einmal…IronY und DivanaX

Image Image Wer nun der irrigen Annahme unterliegt, dass sich Die Zwei erst vor kurzer Zeit auf und über Boards kennengelernt haben und seitdem und sehr erfolgreich als “liebestolles” Duo Infernale durch die Forenlandschaft tingeln, wird sich gleich und gründlich getäuscht sehen.

Wie umfangreiche Recherchen, zwar erst kürzlich, aber immerhin, zu Tage brachten (siehe auch beiliegendes Bildmaterial), gehen sie schon seit Jahrzehnten gemeinsam ihren komischen Vergnügungen nach. Geboren wurden beide, wie sich das für zukünftige, ernstzunehmende und hinterlistige Gauner nun einmal gehört, im Jahr der Schlange und zwar nur im Abstand von wenigen Tagen und sie lernten sich auch schon auf der Kinderstation des Krankenhauses kennen und schätzen, wo sie nicht nur einer Krankenschwester und Hebamme während dieser kurzen Zeit schon den Arbeitsalltag zur buchstäblichen Hölle gemacht haben sollen. Gerüchte, dass sich in dieser Zeit auch ein weiteres Neugeborenes mit dem lyrischen Namen “Damien” aka “Louis Ciphre” auf derselben Station befand und von beiden mit zahlreichen teuflischen Tipps und Anleitungen ausgestattet worden sei, konnten allerdings nicht zu 100 Prozent verifiziert werden. Denn komischerweise verlieren sich alle Spuren der damals in der Kinderklinik Beschäftigten schon wenige Jahre später im Nichts.

Die Bilder zu meiner Rechten und Linken beweisen sehr schön, dass schon zu sehr frühen Zeiten die Dame in dieser “Beziehung” die Hosen anhatte. Mit einer sprichwörtlichen Bobbes-Ruhe lutscht sie auf ihrem Daumen oder gähnt gelangweilt, während sie mit der anderen Hand schon der ganzen Welt die kampfbereite Faust zeigt. Wieder unbestätigten Gerüchten zufolge sollen die ersten Worte, die sie jemals gesprochen hat – “auffe Fresse” – gewesen sein, was anhand ihrer auch heutzutage noch sehr verrohten Ausdrucksweise nicht weiter verwunderlich erscheint.

Meistens kriegte der ständig etwas ängstliche und dennoch verschlagene IronY diese Faust als erster zu spüren und musste dann umgehend ihren Wünschen, besser gesagt Einfällen, nachkommen, um nicht sofort aus dem Strampelanzug geboxt, gebissen und gekratzt zu werden. Oft reichte es ihr allerdings schon, wenn er an ihrer Statt einfach auf die ganze Welt losplärrte, wie auf dem linken Bild sehr schön zu sehen, was nicht nur seinen Bodyguard (im Bildhintergrund: “die Wurst”) immer wieder zu Heiterkeitsanfällen veranlasste, wenn er zusehen durfte, wie die Massen sofort auseinanderstoben und sämtliches Glas im Umkreis zerdepperte.

Image Über die folgenden Jahre der Kindheit und Jugend sind eigentlich nur fragmentarisch bestimmte Gegebenheiten bekannt, weil die Eltern der beiden dem fahrenden Volk zuzurechnen sind und waren, vermutlich auch aus der Not heraus geboren, weil man sich mit den Maniacs zur eigenen Sicherheit besser nicht zu lange an einem Ort aufhielt, um sich nicht den Unmut der umliegenden Bevölkerung zuzuziehen. Trennen konnte man die Kinder allerdings auch nicht mehr und die Familien verschiedener Wege ziehen, weil eines ohne das andere spätestens nach einem halben Tag in tiefste Katatonie verfiel. Sie zum Wohle der Allgemeinheit einfach in diesem Zustand zu belassen, brachten die gutmütigen Menschen, die ihre Eltern waren, auch nicht übers Herz und so lag vor ihnen ein ständiges Leben der Entbehrung und Ausgrenzung. Das einzige Bildzeugnis aus diesen “Wanderjahren” ist zu meiner Linken zu sehen.

Kaum waren IronY und DivanaX ins schulpflichtige Alter gekommen, wagten ihre Eltern das im Nachhinein doch offensichtlich Unmögliche und meldeten die zwei tatsächlich in einer allgemeinen Grundschule an, mit der Hoffnung, dass eine Resozialisierung noch nicht gänzlich ausgeschlossen sei. Doch weit gefehlt! Das Bild, das von einer der Mütter geschossen wurde, während die Väter grade mal wieder eiligst die Fluchtwagen heranschaffen mussten, zeigt die beiden unmittelbar nachdem sie kurz nach der grossen Pause an ihrem ersten Schultag die örtliche Volksschule bis auf die Grundmauern niedergebrannt hatten: man beachte das triumphale Grinsen und den sich schon mehr als abzeichnenden Wahnsinn, der nicht nur aus den Augen, sondern aus allen Poren dringt.

Die Utensilien zum Legen des Brandes hatten sie übrigens in der Schultüte von DivanaX in das Gebäude geschmuggelt, wie IronY allerdings sein heissgeliebtes Zippo unentdeckt durch die Metalldetektoren im Eingangsbereich bringen konnte, bleibt bis heute ein ungeklärtes Rätsel, denn wie immer gab es keine Überlebenden und schon allein die Söldneragentur, die den Autor dieser Zeilen hier auf tausend Umwegen in den Besitz dieses Photos brachte, hat dabei mehrere Dutzend hochklassiger Angestellter eingebüsst, wie auch immer die “von der Bildfläche” letztlich dann verschwanden, nur eines dabei ist wie immer sicher: vollkommen spurlos.

Auch unsere beiden “Protagonisten” entschwanden damit wieder für längere Zeit aus dem Blickfeld der “Öffentlichkeit” – ein paar Jahre später gelang es dem Autor doch tatsächlich – im Zuge einer Recherche auf ganz anderem Gebiet – jemanden zu treffen, der die zwei wahrhaftig einmal live und in Farbe gesehen und gesprochen hatte, ohne bleibende (oder überhaupt keine) Schäden (mehr) davonzutragen und er erzählte davon, dass die beiden im Laufe ihrer Pubertät noch einen Gutteil an Grausamkeit und Verschlagenheit zugelegt hatten, wie sie selber voller Stolz ihm gegenüber auch behauptet hatten, sich andererseits aber auch mit tiefen seelischen Ungleichgewichten auseinanderzusetzen hatten.

So verfiel DivanaX z.B. in einen mehrwöchigen Weinkrampf und Tobsuchtsanfall als es ihr ausnahmsweise von ihren Eltern einmal nicht gestattet wurde, ein Pferd von einer Weide zu klauen, um es, nachdem sie, wie vermutlich immer, schnell das Interesse daran verloren hätte, zu fränkischen Rossbratwürsten zu verarbeiten. Ganz anders “geplagt” dagegen IronY, der wohl zwischen seinem 14. und 16. Lebensjahr auf einmal seine “Weibliche Seite” entdeckte und die meiste Zeit in Frauenkleidern durch die Gegend stapfte, was bis in die heutige Zeit seine Auswirkungen zeigt, hat er doch immer noch ein übertriebenes Faible für hauchzarte Spitzenunterwäsche.

Schulabschluss, Führerschein, EC-Karte – nirgends ist etwas papierhaltiges von den zwei beiden verzeichnet oder erhalten, was Aufschluss darüber geben könnte, was sie getrieben haben, bis sie irgendwann die “Boardwelt” für sich entdeckten und schnell auf den Trichter kamen, dass sie hier mit ständig wechselnden Identitäten (was genau ihrem Naturell entspricht) und Masken und ohne grossen körperlichen oder geistigen Aufwand für jede Menge Unfrieden und Streitigkeiten sorgen könnten. So teilten sich also erst einmal online nach aussen ihre Wege und sie suchten getrennt Einlass in die Szene, um die Leute zu täuschen, kämpften sich schnell unter allen möglichen Nicks und Geschlechtern in diverse Schlüsselpositionen, um den grossen und letztlich alles vernichtenden Schlag im Hintergrund vorbereiten zu können.

Image Image Zu diesem alles entscheidenden Schlag kam es dann allerdings (vorerst) nicht mehr, schon vor dem letzten Jahreswechsel wurden immer mehr Stimmen in der Onlinewelt laut, die spekulativ schon auf dem richtigen Wege waren, was ihre *wahren* Absichten anging und schliesslich blieb ihnen dann keine andere Wahl mehr, als sich mit einem letzten grossen Coup in der Tasche wieder einmal auf “die Flucht” zu begeben. Und so kam es dann eben zu jener Sprengung eines windschiefen, semimaroden Sendeturms, der ohnehin bei nächstbester Gelegenheit in sich zusammengefallen wäre, zum Schutz vor einem grösseren Unglück, aber immerhin reichte es so wenigstens noch zu einem der heutzutage so heiss begehrten Plätze auf den Fahndungslisten, wie die Bilder rechts und links beweisen, bevor man sich zunächst in den ruhigen Schoss der Mafia zurückzog, um über einen erneuten Wechsel der Identitäten, Avatare und Geschützplattformen nachzudenken…

…to be continued…cause…they’ll be back…

Anmerkung: der Ausdruck und die Weiterverbreitung dieses Textes (auch in Auszügen) ist wegen generell vorherrschenden – respektive allgemein verbreiteten – Verständnisschwierigkeiten ohnehin restlos unerheblich.